Wolibórz (Volpersdorf), Polen


Wolibórz (deutsch Volpersdorf) ist ein Dorf in der Landgemeinde Nowa Ruda im Powiat Kłodzki in Polen. Das heutige Wolibórz wurde Ende des 13. Jahrhunderts als ein Waldhufendorf von deutschen Kolonisten gegründet.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs fiel Volpersdorf 1945 an Polen und wurde in Wolibórz umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde 1946 weitgehend vertrieben.

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Chronik


1336 wurde Volpersdorf erstmals schriftlich erwähnt und war damals zur Herrschaft Neurode zugehörig, die im Besitz des Hans Wüstehube von Goldstein war. Hans Wüstehube von Goldstein verkaufte Neurode und die zugehörigen Dörfer 1347 an Hans von Donyn. Für 1384 ist eine Pfarrkirche nachgewiesen. 1465 fielen die Neuroder Besitzungen als erledigtes Lehen an den böhmischen König Georg von Podiebrad, der die Herrschaft Neurode dem böhmischen Ritter Georg Stillfried-Rattonitz verlieh. 

1628 wurde das Volpersdorfer Dominium aus der Herrschaft Neurode ausgegliedert und an den kaiserlichen Rat Johann Angelo von Morganthe verkauft, von dem es 1665 an Gisbert von der Hemm und Hemmstein überging. Seit etwa 1660 war im Ortsteil Zeilberge eine Glashütte in Betrieb, für die für 1667 der Glasmeister Georg Schürer und für 1680 der Glasmeister Christian Preußler nachgewiesen sind. Vermutlich wurde der Betrieb wurde Ende der 1690er Jahre aus unbekannten Gründen eingestellt.

Nach den Schlesischen Kriegen fiel Volpersdorf 1763 zusammen mit der Grafschaft Glatz nach dem Hubertusburger Frieden an Preußen. Graf Anton Alexander von Magnis auf Eckersdorf erwarb 1793 Volpersdorf. Durch dessen Erfolge in der Schafzucht und Neuerungen in den landwirtschaftlichen Betrieben sowie die Gründung der „Neuroder Kohlen- und Tonwerke“ erlebte Volpersdorf einen wirtschaftlichen Aufschwung. Im Laufe der Zeit entwickelten sich die KolonieKöpprich, Waldgrund, Legengrund, Glasehütte, Wustung und Leeden. 

Nach der Neugliederung Preußens war Volpersdorf seit 1815 Teil der Provinz Schlesien, die in Landkreise aufgeteilt wurde. Von 1816 bis 1853 war der Landkreis Glatz, zwischen 1854 und 1932 der Landkreis Neurode zuständig. Nach dessen Auflösung 1933 gehörte Volpersdorf bis 1945 wiederum zum Landkreis Glatz.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel Volpersdorf 1945 an Polen und wurde in Wolibórz umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde 1946 weitgehend vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren ihrerseits zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen.


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