Województwo Pomorskie (Pommern), Polen


Die heutige Woiwodschaft Pommern ging bei der Gebietsreform 1999 aus der Woiwodschaft Gdańsk (Danzig) sowie aus Teilen der Woiwodschaften Słupsk (Stolp), Elbląg (Elbing) und Bydgoszcz (Bromberg) hervor.

Sie umfasst den Osten der historischen Landschaft Pommern mit Pommerellen und dem äußersten Osten der früheren preußischen Provinz Pommern (genauer: Hinterpommerns), zudem Gebiete östlich der Weichsel, die zur historischen Landschaft Preußen gehören; sie ist also ähnlich wie die frühere preußische Provinz Westpreußen bemessen. Dabei reicht sie im Nordwesten über das Gebiet der Woiwodschaft Pommern der polnischen Adelsrepublik und das der Woiwodschaft Pommerellen der zweiten polnischen Republik hinaus.

In der heutigen Woiwodschaft Pommern lag auch der Kreis Berent, ein preußischer Landkreis, der von 1818 bis 1920 bestand. Er lag in dem Teil von Westpreußen, der nach dem Ersten Weltkrieg durch den Versailler Vertrag 1920 an Polen fiel und als Polnischer Korridor bezeichnet wurde. Seine Kreisstadt war Berent. Von 1939 bis 1945 war der Kreis im besetzten Polen als Teil des neu eingerichteten Reichsgaus Danzig-Westpreußen nochmals errichtet.

Im Jahr 1910 umfasste der Kreis Berent zwei Städte sowie 76 Landgemeinden:


  • Adlig Schönfließ
  • Alt Barkoschin
  • Alt Bukowitz
  • Alt Grabau
  • Alt Kischau
  • Alt Paleschken
  • Alt und Neu Englershütte
  • Barenhütte *
  • Barloggen
  • Bebernitz
  • Beek
  • Berent, Stadt
  • Blumfelde
  • Demlin
  • Dobrogosch
  • Dzimianen
  • Eichenberg
  • Ellerbruch *
  • Fersenau
  • Foßhütte
  • Funkelkau
  • Gartschin
  • Gillnitz
  • Gladau
  • Golluhn
  • Grabaushütte
  • Grenzacker *
  • Groß Klinsch
  • Groß Lipschin
  • Groß Pallubin
  • Grünthal
  • Grzibau
  • Hoch Liniewo
  • Hoch Paleschken
  • Hornikau
  • Jarischau
  • Jaschhütte
  • Jeseritz
  • Jungfernberg
  • Juschken
  • Kalisch
  • Kamerau
  • Kamerauofen
  • Kartowen
  • Klein Bendomin
  • Klein Pallubin
  • Kleschkau
  • Konarschin
  • Königlich Boschpol
  • Königlich Schönfließ
  • Königsdorf
  • Kornen
  • Koschmin
  • Lienfelde
  • Lindenberg
  • Liniewken
  • Lippischau
  • Lippusch
  • Lorenz
  • Lubahn
  • Lubianen
  • Neu Barkoschin
  • Neu Bukowitz
  • Neu Ciß
  • Neu Fietz
  • Neu Grabau
  • Neuhöfel
  • Neu Kischau
  • Neu Klinsch
  • Neu Lipschin
  • Neu Paleschken
  • Neu Podleß
  • Neuwieck
  • Niedamowo
  • Niederhölle *
  • Oberhölle *
  • Ober Mahlkau
  • Ober Schridlau
  • Ochsenkopf *
  • Olpuch
  • Piechowitz
  • Plachti
  • Plense
  • Plotzitz
  • Pogutken
  • Poldersee
  • Raduhn
  • Recknitz
  • Rottenberg
  • Sanddorf
  • Sawadda
  • Schadrau
  • Scharshütte *
  • Schatarpi
  • Schlusa
  • Schöneck, Stadt
  • Schönheide
  • Schwarzhof
  • Schwarzhütte *
  • Schwarzin
  • Sietzenhütte
  • Sobonsch
  • Spohn
  • Squirawen
  • Stawisken
  • Stoffershütte
  • Strauchhütte *
  • Strippau *
  • Trockenhütte *
  • Trzebuhn
  • Tuschkau
  • Wenzkau
  • Wiesenthal *
  • Wigonin
  • Wischin
  • Woithal

* Diese Gemeinden kamen 1920 zum Kreis Danziger Höhe im Mandatsgebiet Freie Stadt Danzig des Völkerbundes. Alle übrigen Gemeinden fielen 1920 an Polen. Die Gemeinde Schidlitz wurde 1901 in die Stadt Berent eingemeindet.


Im Jahr 1908 umfasste der Kreis Berent 47 Gutsbezirke:


  • Adlig Boschpol
  • Alt Fietz
  • Alt Grabau
  • Blumfelde
  • Bonscheck
  • Buchberg, Forst
  • Ciß, Forst
  • CzernikauDecka
  • Dunaiken, Forst
  • Elsenthal
  • Gartschin
  • Gora
  • Groß Bartel
  • Groß Bendomin
  • Groß Klinsch
  • Groß Mierau
  • Groß Okonin, Forst
  • Groß Paglau
  • Grünthal, Forst
  • Hoch Paleschken
  • Kischau, Schloss
  • Klein Klinsch
  • Klein Podleß
  • Königswiese I
  • Lindenhof
  • Locken
  • Lorenz
  • Ludwigsthal
  • Mallar
  • Modrowshorst
  • Neuhoff
  • Niedamowo
  • Nieder Mahlkau
  • Nieder Schridlau
  • Orle
  • Plotzitz, Forst
  • Pogutken
  • Putz
  • Rilla, Forst
  • Strippau
  • Struga
  • Tiloshain, Forst
  • Weißbruch, Forst
  • Wentfie
  • Wiesenthal, Forst
  • Zelenin
Auf den folgenden Gedenkseiten finden Sie Informationen zu Personen, die aus diesen Orten stammten.

Chronik Kreis Berent


Mit der ersten Teilung Polens kam das Kreisgebiet 1772 an das Königreich Preußen und gehörte dort in der Provinz Westpreußen zunächst zum Kreis Stargard. Durch die preußische Provinzialbehörden-Verordnung vom 30.04.1815 und ihre Ausführungsbestimmungen kam das Gebiet zum Regierungsbezirk Danzig der Provinz Westpreußen. Im Rahmen einer umfassenden Kreisreform im Regierungsbezirk Danzig wurde zum 01.04.1818 aus Teilen des alten Kreises Stargard der neue Kreis Berent gebildet. Er umfasste die Städte Berent und Schöneck, das Intendanturamt Berent, das Domänenamt Schöneck sowie eine größere Zahl adliger Güter. Das Landratsamt war in Berent. Der Kreis grenzte im Westen an den pommerschen Kreis Bütow, im Norden an den Kreis Karthaus und den Landkreis Danzig, im Osten an den Kreis Preußisch Stargard und im Süden an den Kreis Konitz.

Vom 03.12.1829 bis zum 01.04.1878 waren Westpreußen und Ostpreußen zur Provinz Preußen vereinigt, die seit dem 01.07.1867 zum Norddeutschen Bund und seit dem 01.01.1871 zum Deutschen Reich gehörte.

Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags musste der Kreis Berent am 10.01.1920 vom Deutschen Reich abgetreten werden. Der größte Teil des Kreises fiel an Polen und bestand als Powiat Kościerski weiter. Mehrere Gemeinden im Nordosten des Kreises fielen an die Freie Stadt Danzig und wurden dort dem Kreis Danziger Höhe zugeordnet. 

Nach dem Überfall auf Polen wurde der Kreis zum 26. November 1939 völkerrechtswidrig als Reichsgebiet deklariert, der polnische Landkreis Kościerzyna wurde unter seinem deutschen Namen Teil des im Regierungsbezirks Danzig im neugebildeten Reichsgau Danzig-Westpreußen (kurzzeitig als Reichsgau Westpreußen bezeichnet). Die Städte Berent (Westpr.) und Schöneck (Westpr.) wurden der im Altreich gültigen Deutschen Gemeindeordnung vom 30.01.1935 unterstellt, welche die Durchsetzung des Führerprinzips auf Gemeindeebene vorsah. Die übrigen Gemeinden waren in Amtsbezirken zusammengefasst; Gutsbezirke gab es nicht mehr.

Zum 01.12.1939 wurden 11 Ortschaften aus dem nördlichen Teil des Landkreises Berent dem neuen Landkreis Danzig angeschlossen. Durch Verordnung vom 28.09.1940 wurde dieser Gebietstreifen aus dem Kreis Berent rückwirkend zum 01.12.1939 wieder dem Landkreis Berent zugeordnet. Seit dem 21.05.1941 trug der Landkreis den Namen Berent (Westpr.). Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Kreisgebiet im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt und wieder Teil Polens. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der Folgezeit aus dem Kreisgebiet vertrieben. 


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